Re: Excel druckt mal und mal nicht
- From: "Michael Janssen" <mike67@xxxxxxx>
- Date: Mon, 1 Aug 2005 10:24:03 +0200
Hallo Michael,
"Michael Kaldenbach" <habe@xxxxxxxxxx> schrieb im Newsbeitrag
news:45df3$42ea304e$50897bd4$22805@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
> Hallo NG,
>
> ich habe bei einem Kunden von uns ein sehr komisches Problem:
>
> [ ... ]
>
Bei "komischen" Problemen kommt mir immer der "TEMP" folder in den Sinn. Ich
hatte mal in einer großen Firma über mehrere Monate hinweg diverse
"komische" Probleme beobachtet und analysiert und hatte folgendes dabei
entdeckt (Microsoft und auch sonst niemand wird das wohl bestätigen, aber
dort war es genau so ;-).
Wenn sich im TEMP folder Daten ansammelten über ein gewisses Maß an
"Platzverbrauch", dann funktionieren bestimmte Anwendungen nicht mehr. Nach
längerer Beobachtung stellten sich in etwa folgende Grenzwerte heraus:
Excel - ab ca. 20MB
Word - ab ca. 50MB
Explorer - ab ca. 100MB (der Windows-Explorer)
Die Versionen waren Office 2000 unter Windows 2000 und OfficeXP unter
WinXP(pro).
Und es handelt sich tatsächlich *NICHT* um die Anzahl der Dateien im TEMP
folder, sondern um den Platz, den alle Dateien (samt Unterordnern) dort
belegten (spätestens nachgewiesen in einem Fall, in dem der Anwender mit
einem frisch aufgesetzen Rechner eine Access-DB bearbeiten sollte, die ein
2,3GB großes tempfile erzeugte. Danach brauchte jedes Kontextmenü über 8
Minuten zum Öffnen!)
Der TEMP folder ist übrigens der, der nach Eingabe von %temp% ins
"Ausführen" Feld erscheint (Start/Ausführen/%temp% eintippen/Enter). Der
liegt meist im (versteckten) Ordner "Lokale Einstellungen" im Benutzerzweig
von "Dokumente und Einstellungen", also in "C:\Dokumente und
Einstellungen\[Benutzername]\Lokale Einstellungen\Temp" (unter WinXP Pro)
Die obige Angabe für den Explorer ist übrigens ebenfalls ein Grenzwert für
die meisten übrigen Anwendungen unter Windows, die für ihre Dialoge
Windows-Standarddialoge verwenden, denn dabei kommt meistens der
Windows-Explorer zum Einsatz. Nur Excel und Word erschienen uns damals
empfindlicher zu reagieren. Meine Vermutung zu diesem Phänomen ist, dass
bestimmte Timeouts hier zuschlagen, scheinbar dauern bestimmte
Systemvorgänge einfach zu lange, wenn zuviel im Tempfolder "rumliegt". Kann
auch sein, dass dieses komische Problem nur dort in dieser Firma vorkommt
(ich habe es in dieser Form noch nicht wirklich irgendwo anders gesehen,
allerdings hatte ich auch noch nirgendwo sonst eine derart gute Userbasis
;-), es handelte sich dort um ein Multi-Language-Office mit angepassten
Dateien.
Mein Lösungsvorschlag für diesen konkreten Fall hier:
- beende alle Anwendungen(!)
- gib' "%temp%" ein im "Ausführen"-Dialog
- lösche alle Dateien und Ordner im TEMP-Folder des Users. (ja, wirklich
alle. Nichts davon muss aufbewahrt werden)
Sollten einige Dateien geblockt sein (meist ~Dxxxxxx.tmp), solltest du diese
Löschung nach einem Restart des Rechners nochmal versuchen (Tipp: Es ist
immer die alleroberste Datei in der Liste, die geblockt ist. Dumm ist das
nur, wenn dort ein Folder steht ;-)
Wenn sich das als die Lösung bei dir herausstellt, empfehle ich ein kleines
Skript, das diese Löschung automatisiert (z.B. bei jeder Anmeldung eines
Users automatisch den Tempfolder löschen). Aber Achtung: der TEMP folder ist
auch eine unersetzliche Quelle für Datenretter, die sich ein wenig mit
Deltaspeicherung auskennen. Wir konnten ca. ein Drittel der Fälle von
völligem Datenverlust mithilfe des Tempfolders retten (wenn es um Powerpoint
oder Excel ging).
So, verdammt viel Text. Aber bei einem so "komischen" Problem muss man halt
manchmal etwas ausholen...
Wenn noch Fragen offen sind, bitte gerne einfach fragen.
Schönen Start in die Woche,
Michael
.
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