Re: BackupServer vs. SAN Re: Fileserver & Backupstrategie
From: Daniel Melanchthon [MVP] (melanchthon_at_gmx.de)
Date: 07/16/04
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Date: Sat, 17 Jul 2004 01:18:57 +0200
Thomas Wildgruber wrote:
> Die Daten würden sich einen bestimmten Zeitraum auf dem Backserver befinden
> und man könnte am nächsten Tag noch einzelne Daten bei Bedarf bequem von
> Nearline nach Online verschieben.
Hallo Thomas,
bis zu bestimmten Datengrößen ist das eine absolut sinnvolle
Vorgehensweise, wenn es Dir nur um Plattenplatz als Fileablage geht.
Im Prinzip bietet Windows Remote-Speicher ja eine ähnliche Technik.
> Die Skalierbarkeit wäre in jedem Fall bis zum Erreichen der maximalen
> Kapazität des Backups (Scalar 24 -> 2,4 TB) gegeben, man müsste nur die
> Platten des Raids entsprechend gross dimensionieren.
Das Problem wäre hier die Bandsicherungszeit und die Kosten für die
Bandsicherung. Nicht Storage ist teuer - sondern das Backup. Wenn Du 2
GB pro Minute sicherts, schaffst Du in 24h max 2,8 TB (ohne
Bandwechselzeiten). Das ist so ziemlich die Grenze.
> Die einzelnen Server könnten die konventionelle GBit FiberOptic
> Netzwerkanbindung nutzen daher könnte auf die teure SAN Hardware verzichtet
> werden.
Die könnten sogar Kupfer-Gigabit nuten, das spart nochmal kosten.
Allerdings war die ursprüngliche Frage Storagekonsolidierung. Wie baue
ich einen zentralen Speicher auf, den ich beliebig partitionieren und
einzelnen Servern zuweisen und im Idealfall auch noch im laufenden
Betrieb Speicherzuteilung dynamisch ändern kann.
Was Du hier beschreibst, nennt man NAS. NAS arbeitet klassisch via
NFS, SMB, CIFS, o.ä. via TCP/IP und allein TCP Slow Restart, fehlendes
QOS, etc. verhindern bisher den breiten Einsatz für IO-intensive
Serveranwendungen.
Siehe dazu auch:
Microsoft support policy on the use of network-attached storage
devices with Exchange Server 2003
http://support.microsoft.com/?scid=839687
Using Exchange Server with Storage Attached Network and
network-attached storage devices
http://support.microsoft.com/?scid=328879
Support for iSCSI technology components in Exchange Server
http://support.microsoft.com/?kbid=839686
> Evtl. gäbe es sogar eine Möglichkeit den Backupserver mit mehr als einer
> GigaBit Netzwerkkarte auszurüsten. Ist es möglich zwei Netzwerkarten in ein
> und demselben IP-Range zu verwenden? Dann wäre es nämlich möglich den
> Backupserver von den beiden Netzen aus (Verwaltung und DTP), welche sich
> zwar im selben IP-Range befinden, physikalisch aber voneinander getrennt
> sind, anzusteuern und könnte auch auf das Routing und dem damit verbundenen
> Umkonfigurieren eines der beiden Netze auf einen anderen IP-Range
> verzichten.
Das wird so leider nicht funktionieren. Woher sollte der Exchange denn
wissen, über welche Karte er einen PC ansteuern kann, wenn beide
Karten den gleichen IP-Adressraum haben, physikalisch aber getrennt
sind? Was machbar wäre, wäre beide GBit-Links zu bündeln (geeigneten
Switch vorausgesetzt).
> Auch würde sich die Frage stellen, ob es eine Backupsoftware gibt, die in
> der Lage ist statt auf ein Bandlaufwerk auf ein Netzlaufwerk zu sichern und
> mit geeigneten Agents Datenbanken (Exchange; MSSQL; MySQL) im laufenden
> Betrieb zu sichern. AFAIK kann Veritas BackUpExec sowas, kann es auch auf
> Netzlaufwerke sichern?
Ja, das ist problemlos machbar.
> BTW wurde mir von einem anderen Partner eine Lösung angeboten, welche mit
> einer LAN-attached Festplatte (250 GB) und einer Software (Client/Server)
> in der Lage ist Snapshots von Systemplatten als Image im laufenden Betrieb
> zu erstellen. Die Platte hängt irgendwo im Netz und speichert die Abbilder
> beliebig vieler Server (bis die 250 GB halt voll sind). Das würde den
> Restore diverser Server erheblich verkürzen und das ganze kostet in der
> Baseline für einen Server nicht mal 1000.- EUR, jeder weitere bräuchte eine
> weitere Lizenz für AFAIK grade mal knappe 400.- EUR.
>
> Wäre dieses Konzept weitere Überlegungen wert?
Das hängt alles von Deinen Anforderungen ab. In diesem fall hättest Du
bei einem Plattenausfall keine Sicherheit - in größeren Umgebungen ist
das nicht tolerierbar. Weiterhin steht oft die Performance an vorderer
Stelle, vor allem, wenn viele User darauf zugreifen. Ich kenne Kunden,
die haben DB-Server mit >20 Festplatten, nur damit sie mehr
IO-Operationen pro Sekunde haben. Da spielt die schiere Anzahl der
Platten und deren Drehzahl die entscheidende Rolle.
Wie gesagt: Gute Beratung ist Gold wert, wenn man ernsthafte Lasten
und Kapazitäten abdecken muß. Wobei für SOHO und viele KMUs die von
Dir beschriebenen Lösungsmöglichkeiten absolut sinnvoll sind.
Gruß!
Daniel
-- SYMPLASSON Informationstechnik GmbH http://www.symplasson.de Banging your head against a wall uses 150 calories an hour.
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