Re: Kopieren grosser Dateien ZU langsam
- From: Denis Jedig <dj@xxxxxxxxxxxx>
- Date: Wed, 21 Jan 2009 09:50:23 +0100
On Wed, 21 Jan 2009 09:15:38 +0100 Olaf Culic wrote:
Ich kopiere die Datei von Platte zur (selben) Platte. Also nicht übers
Netzwerk.
Damit bekommst du eine Kopierrate von gut 4,5 MB/s - "hälftig verteilt" auf
Lesen und Schreiben hast du also eine Bruttodatenrate von 9 MB/s.
Also es muss ein Festplattenzugriffsangelegenheit sein.
Ist es wahrscheinlich. Wirf Perfmon an und schau dir die Werte des
physikalischen Datenträgers an:
- durchschnittliche Warteschlangenlänge Schreiben
- durchschnittliche Warteschlangenlänge Lesen
- Leerlaufzeit %
- Bytes gelesen /s
- Bytes geschrieben /s
Wenn du ein Verhalten siehst, bei dem die Warteschlange fürs Schreiben
dauerhaft länger als 10 ist und Lese- und Schreibvorgänge sich in ihren
Spitzen abwechseln wobei die Leerlaufzeit des Datenträgers gegen 0% geht,
dann hast du das "SATA-an-schlechtem-Controller"-Leiden.
Hintergrund: Die SATA-Platten haben in der Regel zwar hohe
Datenlese-/Schreibraten (typischerweise > 50 MB/s), aber eine
vergleichsweise lange Zugriffszeit, das Lesen eines kleinen Blockes von
Position A und anschließendes Schreiben auf Position B verschlingt recht
viel Zeit für die Positionierung des Kopfes. Dieser Effekt wird durch das
Cachen von Schreibzugriffen wesentlich gemildert, denn dann kann von Disk
nach Herzenslust gelesen und bis zur maximalen Cachegröße in den Cache
geschieben werden, ohne dass eine Repositionierung der Köpfe notwendig
wird. Ist der Cache voll, wird der Kopf repositioniert und die Daten in
einem längeren Stück schnell geschrieben.
Der Cache auf billigen Controllern ist, wenn überhaupt vorhanden, dann
nicht batteriegepuffert, deswegen wird er, um Datenverlust bei Stromausfall
vorzubeugen, in der Regel nur für Lesevorgänge, nicht aber für
Schreibvorgänge verwendet ("Write-Through"). Du kannst dieses Verhalten in
der Regel über das Management-Interface des Controllers ändern
("Write-Back"), es wird aber eine kaum merkliche Veränderug eintreten, so
lange du nicht auch Windows sagst, dass dieses nicht bei jedem
Schreibvorgang die Daten auf Disk flushen lässt, lies: Windows nicht den
Controller zwingt, den Schreibcache umgehend zu leeren und den
Schreibvorgang tatsächlich auf Disk auszuführen[1]. Damit holst du dir
aber ein mögliches Datenkonsistenzproblem ein, denn besonders
Datenbanken (auch das Active Directory, Exchange und das NTFS gehören
dazu) verlassen sich darauf, dass "geschrieben ist geschrieben" gilt.
Wenn die Daten im Cache des Controllers sind und durch einen
Stromausfall verloren gehen, kann das zu Inkonsistenzen der Datenbanken
führen, die nicht sinnvoll reparabel sind.
Auf meinem Noname Notebook kopiere ich ein 4GB File innerhalb von ein 3 -4
Minuten!!!
Bei einer Windows XP Maschine ist das Verhalten bereits so voreingestellt -
der Schreibcache ist aktiviert, cache flushes gibt es nur, wenn sie
notwendig sind oder wenn die Disk gerade nichts anderes zu tun hat.
[1] http://support.microsoft.com/kb/259716
--
Denis Jedig
syneticon networks GbR http://syneticon.net/service/
.
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