Re: Backupkonzept für Singelserver?
- From: Martin Mewes <mm@xxxxxxxx>
- Date: Mon, 26 Dec 2005 16:11:49 +0100
Moin, moin ...
Frank Röder <heidenau@xxxxxx> wrote:
>Martin Mewes schrieb:
>
>> Wenn Du möchtest, daß keine eMails verloren gehen, dann solltest Du Dich um
>> einen Backup-MX bemühen. Befrage dazu euren Internet Service Provider.
>>
>> Das Prinzip ist, daß jede eMail an du@xxxxxxxxxxxx primär an euren
>> Mailserver geht, aber wenn der ausfällt, dann sollten die eMails automatisch
>> an einen anderen Mailserver wandern. Dieser nimmt alle eMails an und
>> versucht periodisch die eMails an euren Mailserver zuzustellen.
>
>Das sollte generell so sein. Ich kenne niemanden der ohne Backup-MX
>arbeitet.
Oh, da gibt es mehr als Du denkst.
>> Mein Vorschlag für den DC wäre _auf jeden Fall_ einen Backup-DC
>> aufzustellen. Das kann die allerletzte Gurke sein, wo ein Windows Server
>> 2003 mit AD laufen kann. Ich habe hier bei mir vor einem Jahr mal testweise
>> eine 200MHz-Gazelle mit 256 MB RAM aufgestellt. Eine ähnliche Gurke sollte
>> sich sicherlich auch in Deiner Nähe befinden ;-)
>
>Als temporären DC für eine Migration oder Ähnliches sehe ich so eine
>"Gurke" ein, aber für den dauerhaften Betrieb ist so eine Maschine
>völlig unbrauchbar. Einen kleinen HP-Server gibt es schon für knapp 1000?.
Aus Dienstleistersicht gebe ich Dir recht, wenn jedoch das Geld knapp ist,
dann reicht eine "Gurke" für den temporären Betrieb, bis der echte DC wieder
da ist völlig aus.
>> Nun zum Exchange Server: Zunächst dachte ich hier auch an eine ähnliche
>> Strategie, aber während der Backup-DC alleine eine weitere Lizenz frisst (zu
>> sehen als eine einmalige Einzahlung in eine Versicherung), wäre eine weitere
>> Exchange Lizenz hier zwar die "ultima ratio", aber wohl etwas überteuert.
>> Dennoch gilt auch hier zu überlegen, was Du erreichen möchtest und in
>> welchem Umfang die Möglichkeiten des Exchange Servers tatsächlich genutzt
>> werden.
>
>Wie soll denn ein zweiter Exchange hier die Ausfallsicherheit bringen?
>Die Postfächer der User liegen ja auf dem ersten Exchange und somit
>können sich die User nicht mehr mit den Postfächern verbinden. Generell
>ist es sehr ungünstig einen Exchange auf einem DC zu betreiben.
Ich hätte hier mehr ins Detail gehen sollen. Zusammen mit Exmerge kannst Du
die Postfächer regelmäßig auf den anderen Exchange kopieren. Damit löst sich
temporär auch das Problem des eMailing bis der echte Exchange wieder da ist.
>> Wenn ihr den Exchange Server lediglich als Mailserver nutzt, dann sollte es
>> in meinen Augen ausreichen, wenn Du die einzelnen Mailboxen mit dem Tool
>> "exmerge" (1) regelmäßig in einzelne PST-Dateien sicherst und nach der
>> Neuinstallation des DCs mit Exchange Server diese PST-Dateien den einzelnen
>> Benutzeren als zusätzlichen "Privaten Ordner" zur Verfügung stellst oder,
>> ebenfalls mit "exmerge", in den Exchange Server Speicher migrierst. Nun
>> sollte auch ersichtlich sein, woher das Tool seinen Namen hat ;-)
>>
>> (1)
>> http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=429163ec-dcdf-47dc-96da-1c12d67327d5&displaylang=en
>Das ist viel zu hoher administrativer Aufwand und ist nicht die
>empfohlenene Sicherungsmethode außerdem werden nur die Postfachinhalte
>gesichert. Besser und einfacher ist es, ntbackup zu nutzen.
Da haben wir wohl unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es gibt halt mehrere
Wege das Ziel zu erreichen und mein Weg hat sich bisher für mich immer am
besten bewährt.
>> Wenn Du Exchange Server 2003 installierst, dann wird auch das "ntbackup",
>> welches mit Windows Server 2003 kommt ersetzt. Mit diesem kannst Du
>> logischerweise den ganzen Exchange Server wieder herstellen. Dauert halt nur
>> etwas länger in meinem Augen als die Neuinstallation, wenn es sich um ein
>> kleines AD (weniger als 100 Leute) handelt.
>
>Das sehe ich nicht so. Der OP wird auch nicht herum kommen da er ja nur
>einen DC inkl. Exchange besitzt. Da ist nix mit Neuinstallieren da er
>sonst z.B. SIDs verliert.
Der OP sprach aber auch davon, daß ein zweiter Server, die "Gurke", möglich
sei. Damit hat sich das Problem der SIDs erledigt.
>> Hinweis: Du solltest den Systemstatus des Servers alle 15-30 Minuten auf
>> eine Netzwerkfreigabe sichern und den kompletten Server einmal am Tag in der
>> Nacht komplett. Der Systemstatus enthält alle Sachen, die Du für die
>> automatische Systemwiederherstellung brauchst und je aktueller er ist, desto
>> "einfacher" ist die ASW. Aber Vorsicht - ASW sichert wirklich nur den
>> Systemstatus und keinerlei Daten.
>
>Aller 15-30 Minuten den Systemstatus zu sichern ist unsinnig. Wenn keine
>Änderungen am AD oder am Server aller 15-30 Minuten vorgenommen werden,
>ist es ausreichend den Systemstatus mit der abendlichen normalen
>Datensicherung zu sichern.
Auch hier gebe ich Dir grundsätzlich recht, aber ich habe leider schon
Pferde vor der Apotheke kotzen sehen dürfen und Murphy besucht jeden Admin
irgendwann mal. Da schadet es nichts den Systemstatus regelmäßig zu sichern,
auch wenn sich das AD nicht massiv x mal pro Minute ändert.
>> Ich habe schon Fälle gesehen, wo die Sicherung direkt auf DVD gebruzzelt
>> wurde oder via USB auf eine Festplatte. Windows hat jedoch manchmal das
>> Problem, daß mitten im Zugriff auf ein externes Gerät jenes Gerät auf einmal
>> weg ist und dann nützt Dir die Sicherung gleich gar nichts.
>>
>> Wegen der Backup-Geschwindigkeit empfehle ich hier erstmal auf eine zweite
>> Festplatte oder auf eine Netwerkfreigabe zu sichern. Dann kannst Du tagsüber
>> das Backup von dort auf ein Medium Deiner Wahl machen.
>
>Das habe ich noch *nie* erlebt. Wir haben das bei Kunden mit schmalen
>Budget am laufen. Dort arbeitet ein VBSkript was die Sicherung über
>ntbackup anwirft und nach dem Abschluss der Sicherung das Logfile an uns
>bzw. an einen technisch versierten Mitarbeiter des Kunden per E-Mail
>versendet. Das ist eine saubere Lösung die stabil läuft und auch
>ansprechende Geschwindigkeiten erreicht.
Nochmals: Unterschiedliche Erfahrungen gebähren unterschiedliche Ansätze und
beide führen letzlich zum Ziel.
>> Die Drittanbietersoftware wird wphl nur dann erforderlich sein, wenn Du mit
>> Bordmitteln Dein Ziel nicht sicher erreichen kannst. Ob Du Dein Ziel
>> erreichst, läßt sich zumeist jedoch nur durch die Testwiederherstellung
>> eines Backups erkennen. Deswegen perforiere ich den Weg Backups
>> hardware-unabhängig zu halten.
>> bis dahin / kind regards
>
>Das Sichern und Wiederherstellen des beschreibenen Systems kann man mit
>Bordmitteln wiederherstellen. Wenn Du keine TapeLibrary betreibst,
>kommst DU mit ntbackup in kleinen Umgebungen locker hin.
* unterschreib *
bis dahin / kind regards
Martin Mewes
--
Martin Mewes - MCP 070-291
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