Re: Exchange Backup
- From: Thomas Wildgruber <ng@xxxxxxxxxx>
- Date: Mon, 3 Oct 2005 20:06:01 +0200
On Mon, 03 Oct 2005 18:09:40 +0200, Daniel Melanchthon [MSFT] wrote:
>> [...]
>> Jupp, einiges haben wir schon durch aber ich finde es immer ein wenig
>> problematisch das 'Think Big' von MSFT auf unsere relativ kleine Umgebung
>> umzurechnen.
>
> Du weißt ja: Kleine Unternehmen gehen in den USA bis 2.000 Mitarbeiter ;-)
"In America everything is much bigger" hörte ich eine drei Zentner
Amerikanerin mal sagen und ich sah sofort -> Da ist was dran ;-)
>> Wir aber haben nur einen Standort in Wolnzach -> Kennt kein Mensch - Ich
>> weis ;-)
>
> Naja, aber dafür fast ein Duzend Server. Was macht Ihr denn damit alles?
NaJa, eigentlich sind wir hier am Standort mehrere Firmen die alle unter
einer "Dach"-AG organisiert sind. Wir haben zwei DC's, wovon einer noch
DB-Server spielt (W2K) und der andere noch Fileserver für das
Stammunternehmen ist (W2K3) (auch dieses Setup ist suboptimal aber ich kann
ja nicht für jeden Service einen eigenen Server bereitstellen ;).
Die grafische Ecke im Haus (wir sind u.A. eine Druckerei) hat einen Solaris
Server als Fileserver (500GB) mit Helios (Apple (ES) und PC-Sahre) sowie
für jeden Belichter ein RIP (Heidelberg und Harlequin) Hier müssen vor
allen bei reinen (Druck)-Plattenbelichtern (CtP -> im Gegensatz zu
Filmbelichtern -> CtF) sämtliche gerippten Daten bis zur Druckfreigabe
aufgehoben werden, desweiteren werden die Daten für den Fall eines
unveränderten Nachdrucks archiviert. Dann wäre da noch die Signastation
(Heidelberg), die aber nicht unbedingt ein BackUp benötigt aber es ist gut
zumindest den Systemstatus zu haben -> Spart eine Menge Zeit, die man nicht
hat, wenns soweit ist ;-)
Die Softwarebude hat einen weiteren Fileserver (W2K3) sowie einen Web- und
einen DB-Server für die Entwicklung ([Apache; PHP] -> [MySQL; MSSQL])
Und last but not least noch der Exchange. Zugegeben ein Dutzend war
übertrieben, ich komme jetzt auf neun incl. Exchange aber ein Grafik
verarbeitender Betrieb hat naturgemäß auch ein sehr hohes Datenaufkommen
und das macht derzeit ca. 800 - 900 GB zu sichernde Daten aus und wenn der
Exchange etabliert ist, werden wir wohl das TB bald knacken.
Das BackUp habe ich voriges Jahr entsprechend mit viel Luft neu auf eben
das BackUp2Disk vor dem BackUp2Tape eingerichtet. So ist das RaidSubSystem
des BackUpSystems 1,7 TB gross und die Tapelibrary hat 24 LTO 2 Bänder, was
im Idealfall über 9 TB Platz bietet. Derzeit noch mit einem Laufwerk, hat
aber Platz für ein zweites.
Die BackUp Software hat den Vorteil, dass man ein wenig verschwenderisch
mit den Agents umgehen kann, da in der Enterprise Version (ValuePack) eine
unbegrenzte Anzahl Server-Agents zur Verfügung steht (Jedoch jeweils nur
ein Exchange- und MSSQL Agent).
Auch von Vorteil ist die Plattformunabhängigkeit, so kann Windows,
Macintosh, Linux und Solaris auf einer Plattform (Windows) gesichert werden
und die ACL's bleiben durch das Schreiben in seperate BackUpSets erhalten,
was bei der Planung für das Backup eigentlich das grösste Problem war. Erst
hatten wir eine FileSync Lösung vorgehabt, die unter Linux lief aber hier
hatten wir Probleme die NTFS-ACL's auf dem UnixFilesystem nachzubilden. Das
wäre zwar mit Samba theoretisch möglich gewesen, erschien uns aber zu
komliziert und somit zu fehleranfällig für die Praxis.
> BTW: Wenn Ihr nicht schon die ganze Hardware gekauft habt, könnt Ihr Euch
> ja auch mal Gedanken über iSCSI oder SAN als Ersatz für local attached
> Storage machen. Damit spart man bei der Anzahl von Servern deutlich
> Plattenplatz, weil der Verschnitt pro Server viel geringer ist. Wenn Ihr
> dann noch Snapshot-basierende Backups ins Auge fast, seit Ihr ganz vorn mit
> dabei ;-)
Jupp, hier habe ich eindeutig die Zeichen der Zeit verschlafen aber das
RaidSubSystem des Solaris Servers ist bereits veraltet, zu langsam und bald
schon wieder zu klein. Hier werde ich bei einer Modernisierung wohl auf ein
lokales SCSI-RaidSubSystem verzichten und mich mit einem SAN Produkt oder
dergleichen beschäftigen. Da aber alle anderen Server noch kein Jahr alt
sind und die _mindestens_ vier Jahre halten müssen, muss ich das noch ein
Weilchen hinauszögern um nicht schon ein veraltetes SAN Produkt zu haben,
wenn ich es dann wirklich brauche. Ich hoffe mit dem Solaris Raid noch
mindestens ein, idealerweise noch zwei Jahre weiter arbeiten zu können,
dann habe ich auch wieder Mittel für eine grössere Investition zur
Verfügung...
Aber das Rad dreht sich in unserem Job leider sehr schnell und ist
wirtschaftlich nicht immer verkraftbar für kleinere Unternehmen. So habe
ich voriges Jahr einen grossen Switch von HP mit GBit Modulen vor allem für
das BackUp gekauft und wenn ich in die Zukunft blicke wird es in zwei
Jahren wohl schon 10GBit geben. Ich hoffe HP hat ein Einsehen und baut dann
auch solche 10GBit Module für ihre jetzigen aktuellen Geräte -> Wenns denn
die Backplane hergibt, was ich zumindest im Vollausbau bezweifle :-( Ein
10 GBit Modul für die Server wäre dann aber schon ratsam, aber das macht
dann die HDD-Performance wieder nicht mehr mit usw. usf. wahrscheinlich
haben wir dann SCSI U1024 als Standard und mich lachen alle mit meinen U320
Platten aus ;-))
Wer soll da noch mitkommen? Soll ich lauter billigen Krempel kaufen und
nach einem Jahr wieder wegschmeissen um ungefähr auf der Höhe der Zeit zu
sein? Oder kaufe ich teure Qualitätsprodukte um Ausfallsicherheit und
Performance zumindest im aktuellen Standard zu gewährleisten -> Dann muss
ich mind. zwei Generationen überspringen und werde einen Haufen Geld auf
einen Schlag los ... Wie manns halt macht, macht mans verkehrt und ich muss
meine Rübe hinhalten - So oder so <seufz>
Anyway, nobody is perfect und ich habe (hoffentlich) auch daraus gelernt ->
Selten ein Schaden wo nicht auch ein Nutzen dabei ;-)
Bye Tom
--
"Manches Gewissen ist nur rein, weil es nie benutzt wurde" (Robert Lembke)
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